Analyse und Aufarbeitung der Wechselwirkung von Traumata und Machtmissbrauch - Eltern und Kinder verstrickt im Netz von Machtdynamiken
Seminarüberblick
Traumata, die im interpersonellen Bereich stattfinden, beinhalten fast immer einen Machtmissbrauch. Täter:innen und Menschen, die ihre Macht missbrauchen, agieren meist strategisch und geplant. Sie nutzen psychologische, kommunikative und strukturelle Dynamiken aus, um Vertrauen aufzubauen. Sie verwenden ihre Macht, um Kontrolle herzustellen und auszubauen. Sie schüren Ängste und schaffen Abhängigkeiten. So verhindern sie Schutz. Zudem überschreiten und verschieben sie die Grenzen ihrer Beziehungspartner:innen in kleinen Schritten, die zunächst kaum bemerkt werden.
Eltern, generell Erwachsene, sind erst einmal im Verhältnis zu Kindern wesentlich mächtiger. Deshalb ist ihr Missbrauch von Macht besonders wirksam bei der Entstehung von Traumatisierungen und Retraumatisierungen bei Kindern und Jugendlichen.
Ziel des Online-Seminars ist es Einblicke in den funktionalen und dysfunktionalen Gebrauch von Macht im Zusammenhang von Traumabehandlungen zu geben. So können Psychotherapeuten:innen Anregungen erhalten, wie sie die Informationen über den Gebrauch von Macht in die jeweilige Behandlungsphase der Traumabehandlung integrieren können.
Dazu werden Einblicke in folgende Konzepte gegeben:
Definition von Macht
Wie funktioniert Macht?
Dysfunktionale Kommunikationsmuster
Was verschafft Macht?
Ebenen der Machtwirkung
Einige ausgewählte Werkzeuge, um Macht zu bekommen
6 Hauptlebensthemen als Angriffsziele
Einige besonders wirksame Kategorien von Macht
Einige effektive Taktiken von Macht: Wie Macht kurzfristig erlangt werden kann
Einige ausgewählte Strategien von Macht: Wie Macht langfristig gesichert und ausgeweitet werden kann
Analyse von häufig auftretenden Machtmissbrauch
Konstruktive Handlungsmöglichkeiten, um den Missbrauch von Macht entgegen zu wirken
Mit Hilfe der in diesem Online-Seminar vorgestellten Konzepte sollen die Teilnehmer:innen in die Lage versetzt werden,
Patienten altersgerecht über Machtmechanismen zu informieren, ohne Ängste zu induzieren
schwierige Fälle leichter bearbeitbar zu machen
schneller aus Sackgassen heraus zu kommen
durch die Beratung der Eltern in Bezug auf den verantwortungsbewussten Umgang mit Macht, leichter eine langfristige und nachhaltige Problemlösung zu erreichen